Ich dachte immer Europa endet im Ural. Kein Wunder, dass Deutschland in der Pisa-Studie jährlich miserabel abschneidet. Was lernt man in der Schule eigentlich? Aserbaidschan! Hier schlägt das Herz Europas! Aber eigentlich finde ich es ziemlich ungerecht, dass China nicht mitmachen darf. Die Chinesen sind die wahren Cosmopoliten; sie sind auf der ganzen Welt verstreut. Und irgendwie sind wir doch alle ein bisschen China. Unsere chinesischen Fernsehgeräte flimmern, die Teilnehmer des beliebten Liederwettbewerbs der Eurovision, glänzen mit einem Eins-A Bühnenoutfit, das fleißige chinesische Hände in langen Nächten gefertigt haben und fahren in Autos vor, die nur dem Namen nach schwedischen Ursprungs sind. China würde bestimmt in jedem Land immer die begehrten 12 Punkte abräumen. In der Pisa-Studie liegen sie ja auch immer vorn. Die chinesischen Schüler wissen bestimmt längst, dass Aserbaidschan zu Europa gehört!
Doch warum es eigentlich keinen Arabvision Song Contest, bei dem alle Länder der Arabischen Halbinsel teilnehmen? Das wär doch was! Auf dem Weg zu einer neuen arabischen Bewegung, mit Musik ist es möglich! Geheime Ressentiments und Vorlieben, manifestieren sich in der Punktevergabe. Wer stimmt für den Iran? Interessant auch das Abstimmungsverhalten zwischen Libanon und Syrien. Lustig anzuschauen wäre es sicher auch: Eine israelische Transe, übergibt das Mikro einer Boygroup aus Saudi-Arabien, die im Thawb, dem traditionellem, knöchellangem Gewand aus weißer Baumwolle, Arabpop-Songs performen, gefolgt von einer jemenitsche Sängerin, die etwas verschnupft klingt, unter ihrem schwarzen Niqab. Und wer sollte eigentlich für Dubai antreten? Vielleicht ein in Dubai lebender Taxifahrer aus Indien, der mit seinem Song „In einem Taxi nach Mumbai“, für die melancholischen Momente einer solchen Veranstaltung sorgen würde.
