Archiv | November, 2010

Terroralarm in Deutschland – bloß gut, dass ich im Nahen Osten bin

22 Nov

Bald also werden unzählige fanatisierte Kämpfer mit krummen Dolchen, die Nordgermanische Festung stürmen. Und das auch noch in der Weihnachtszeit, als ob das Fest der Liebe, nicht schon so anstrengend genug wäre. Die Kämpfer des Morgenlandes sind die Zimtsterne in jedem Weihnachtspunsch, genüsslich und mit leichtem Schaudern, werden die Orte der bevorstehenden Anschläge benannt und selbst die Bild-Zeitung fragt sich (oder ihre Leser?): ‘Was müssen wir ernst nehmen und ab wann beginnt Panikmache?’ Und einige der Gotteskrieger sollen schon in Berlin sein – hmm bloß gut, dass ich wieder im Nahen Osten bin. Schreckensnachrichten und Weltuntergangsszenarien sind hier tabu, wenn auch wahrscheinlicher als im fernen Deutschland. Der Einfluss der Hisbollah im benachbarten Libanon nimmt von Tag zu Tag zu und die Hisbollah droht mit dem Sturz der Regierung.
Was im Westen weitgehend ignoriert wird, in der Annahme ein Moslem ist ein Moslem, ist die Tatasche, dass seit Beginn der Amerikanischen Invasion im Irak, ein Kampf, um die Vorherrschaft in der Region tobt.

Damascus – Back in New Style

2 Nov

Ab nächste Woche werde ich wieder in Damaskus sein, um einen Fotoworkshop für junge, syrische Frauen durchzuführen. Mehr auf http://beyondorientalism.wordpress.com/.

Serail für alle

2 Nov

Zum Ende des Ramadan’s, das mit dem Zuckerfest eingeläutet wird, wird noch einmal mächtig zugelangt, bevor es zurück zur Tagesordnung geht. Überall auf der Welt begehen Moslems Ramadan, das Fest des Fastens. Aber bevor es losging, wurde noch mal ausgiebig gefeiert in Damaskus und zwar im Serail. Das ist hier ein angesagter Klub. Einer von wenigen. So überredete mich mein Assistent Rami, gemeinsam mit seinen Freunden ins Serail zu gehen. Eigentlich war ich schon recht müde und nicht in Partylaune aber der Anlass klang vielversprechend. Der Abend sollte der letzte bis zum Ende des Ramadan sein. Das Serail war schon gut gefüllt als wir kamen, auf einigen Tischen wurde getanzt und die syrischen Mädchen zeigten viel Haut. Natürlich war ich in meinem, die Schulter und die Knie bedeckendem Kleid, mit dem ich sicher eine Statistenrolle in „Frühstück für Tiffany“ abbekommen hätte, völlig underdressed.

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